Chordirigent

„Gardner ist ein Künstler, wie man ihn selten findet. Er liebt den Prozess genauso wie den Auftritt – eine unerlässliche Komponente bei der Bildung eines guten Chors. Seine Menschenliebe, die Sorgfalt und Hingabe, mit der er sich sowohl den einzelnen Sängern als auch dem Ensemble widmet, sowie seine Vision einer besseren Welt durch die Kraft der Musik machen ihn zum idealen Chorleiter. Mit seinem technischen Können, seiner außerordentlichen Musikalität und – vielleicht am Wichtigsten – seiner Liebe zu den Menschen und zur erhebenden Kraft der Kunst, scheint er in der Tat eine seltene Entdeckung zu sein.“ – S.P., Dirigent und Professor

„Bob steht ganz oben auf meiner Liste der ‚vollendeten Musiker‘; er besitzt das Talent, die geistige Fähigkeit und das Charisma, die erforderlich sind, wenn man einen Chor  aufbauen und am Leben erhalten will. Es ist mir – wie jedem, der mit ihm gearbeitet hat – vollkommen klar, dass seine Vorstellungen der besonderen Rolle des Chors in der Musik sowie in der Gesellschaft viel weiter gehen als die der meisten Chorleiter, geschweige denn anderer Musiker. – J.M., Dirigent

„Seine Fähigkeiten als Stimmbildner und Dirigent übersteigen die aller anderen Chorleiter, mit denen ich je gearbeitet habe – besonders bezüglich seiner Musikalität, seiner Aufmerksamkeit dem Text gegenüber – in welcher Sprache auch immer – und seiner Suche nach der richtigen Balance zwischen Orchester und Chor. Dabei verliert er niemals das Gespür für die Harmonien und Rhythmen des Komponisten, egal welche Werke auf dem Programm stehen. Ich empfehle Maestro Gardner wärmstens, wenn ein Ensemble auf ein Werk für Orchester und Chor vorbereitet werden soll. – D.H. Dirigent und Professor

„Die Tatsache, dass ich fähig und willens war, das Dirigieren überhaupt auszuprobieren, lag nur daran, dass ich Robert über viele Jahre hinweg direkt beobachten konnte. Ich benutzte die Einsingübungen, die Ideen und Techniken, die ich von ihm als Chorleiter gelernt hatte. In seinem Chor mitsingen zu dürfen war für mich eine der wertvollsten  Erfahrungen, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe. Robert gab uns viel Selbstvertrauen. Er schenkte dem Laiensänger stets das Gefühl, auch er sei Experte, der bereits professionell überall auf der Welt aufgetreten war, und einen Lebenslauf vorzeigen konnte, der genauso beeindruckend war wie  seiner. Er erklärte immer ganz genau, was wir zu machen hatten, um den vollendeten Klang zu erreichen – sowohl individuell als auch im Chor. Während meiner Zeit in seinem Chor fühlte ich mich selbstbewusster, begabter und zuversichtlicher als je zuvor. -K.J., angehender Dirigent

Robert Gardners tiefe Wurzeln in der vielfältigen Geschichte der Chormusik reichen sehr weit zurück – bis nach Deutschland und sogar nach Leipzig, wo der Komponist und Musikpädagoge Gustav Schreck Anfang des 20 Jahrhunderts als 10. Thomaskantor nach Johann Sebastian Bach wirkte. Schreck war u.a. Musiklehrer von F. Melius Christiansen, Gründer des berühmten St. Olaf Choir in Northfield, Minnesota, und Wegbereiter eines einzigartigen A-cappella-Stils in den Vereinigten Staaten. F. Melius unterrichtete seinen Sohn Paul J. Christiansen, Gründer des Concordia Choir, der große Fortschritte beim Zusammenführen von Chormusik und bildender Kunst erzielte und gleichzeitig zeitgenössische Musikformen integrierte. Beide Musiker gaben ihre Erfahrungen an Randolph Jones weiter, dem Assistenten und langjährigen Freund von Paul J. Christiansen – und dieser wiederum unterrichtete unzählige Studenten an der Adams State University, Colorado, in einem Chorprogramm, das vom State Department der Vereinigten Staaten sowie vom russischen Raumfahrtprogramm Sputnik gefördert wurde. Sowohl seine vier Kinder als auch sein erster Enkel, der Bariton Robert Gardner, profitierten ebenfalls von seinem Können. Im Jahre 1976 war diese Musiktradition zum ersten Mal in Denver zu hören, wo Jones über fünfzig Aufführungen mit dem Denver Symphony Orchestra (jetzt Colorado Symphony Orchestra) leitete.

Robert Gardner debütierte  mit 21 Jahren als Dirigent und wurde der erste Musikdirektor der Colorado Community Church. Er arbeitete eng mit dem Pfarrer, Reverend Dr. Mark Brewer, zusammen und leitete alle Chorproben sowie bis zu drei Choralgottesdiensten pro Woche. Nach einer Opernlehre in Santa Fe studierte er von 1995-1998 Orchesterdirigieren unter Maestro Shinik Hahm an der Yale School of Music und schloss dort sein Studium mit dem Diplom in Gesang und Oper ab. Hin und wieder durfte er von der Bühne in den Orchestergraben hinuntersteigen, um einen kranken bzw. abwesenden Dirigenten zu ersetzen. In diesem Fall musste ein anderer Sänger seine Bühnenrolle übernehmen, damit er das Orchester durch die oft komplexen Rhythmen einer neuen Oper vom Dirigentenpult aus leiten konnte. Nachdem er seine Karriere als Sänger etabliert hatte, regte ihn die unsichere finanzielle Zukunft seines neuen Zuhauses an der New York City Opera dazu an, eine ganz besondere Chorstelle anzunehmen. Robert wurde von den Direktoren des Orchesters in Denver gebeten, die Nachfolge seines Großvaters als Leiter des berühmten Chors dort anzutreten, damit sich dieser allmählich zur Ruhe setzen konnte. 2007 zog er also nach Denver, wo er seine Kompetenz als Chordirigent verfeinerte und weiterhin seine Karriere als Sänger pflegte. Nachdem er nicht vorhatte, permanent in Colorado zu bleiben, war es ihm in dieser Zeit allerdings wichtig, einen langfristigen Nachfolger für den Chor zu finden und  beratend zu begleiten. Die reiche Farbpalette der Chormusik betrachtete er als willkommene Ergänzung seiner eigenen Karriere als Sänger. Robert beabsichtigte, zunehmend Teil des professionellen Netzwerks der talentierten und hervorragend ausgebildeten freischaffenden Sänger in New York zu werden. Zwischenzeitlich wurde er aber vier Jahre lang Hauptdirigent des Colorado Choral Arts Society sowie Gastdirigent der Chöre der Saint John’s Cathedral in Denver, wo er die Tradition der britischen Royal School of Church Music kennenlernte und selbst unterrichtete. Während dieser Zeit betreute er ebenfalls sechs junge Dirigenten. Am Ende seiner Zeit in Denver hatte er zwar bereits verschiedene Engagements als Sänger und Dirigent und sogar einen neuen Agenten in New York, beschloss aber, seinen eigentlich schon geplanten Umzug Richtung Ostküste neu zu überdenken.

Verschiedene Faktoren überzeugten Robert letztendlich, seinen Lebensmittelpunkt nach Deutschland zu verlegen und in München ansässig zu werden. Seine Liebe zur europäischen Kultur und dem hiesigen Lebensstil spielte hier eine bedeutende Rolle. In einem Umfeld, in dem seine besonderen Fähigkeiten eher zur Geltung kommen können, arbeitet er neben seiner Tätigkeit als Sänger und Lehrer mit verschiedenen lokalen Chören zusammen. Es scheint sogar fast, als ob sich der Kreis der musikalischen Tradition, in der er groß geworden ist, schließen würde: von Leipzig nach München, durch viele Umwege auf der Suche nach großer Kunst und persönlichem Glück.